Der hohe Preis für Entscheidungen aus Extrempositionen

Der hohe Preis für Entscheidungen aus Extrempositionen

Spannende Zeiten bringen interessantes Verhalten deutlich zum Vorschein. Denn in Krisenzeiten steigt der Stress und Menschen kippen in persönliche Schutzbunker mit Verhaltensweisen, die schon als Kinder bei Ängsten und Druck Sicherheit und emotionale Entlastung gegeben haben. Das Problem: je höher der Druck, desto extremer und einseitiger werden manche im Agieren.

Wenn Verhalten entartet

Wir kennen es von bei Kindern, beim Interagieren in der Sandkiste, im Kindergarten, in der Schule oder auf der Straße. Es gibt Kinder, die zucken aus, andere, die wie Eisblöcke wirken, Kinder, die sich anpassen und emsig arbeiten und Kinder, die einfach stumm schmollen. Einfach nur unterschiedliche Reaktionen, Stress auszuhalten: laut, leise, Gefühle unterdrückend oder wie ein Vulkan explodierend.

In der idealen Welt gibt es dann Erwachsene, die kompetent auf Kinder eingehen. Ihnen mehr Möglichkeiten aufzeigen im Stress zu handeln, ohne andere zu verletzen oder Schaden zu verursachen. Ihnen neue Verhaltensmöglichkeiten zeigen und sie begleiten, aus Extremen in mehr Balance zu kommen. Tja und wenn das fehlt, passiert, was wir oft bei Meinungsverschiedenheiten bei Erwachsenen sehen: ich setze dann meine Wünsche durch, wie ich eben als Kind erfolgreich war. Voilà das Potpourri an Streitverhalten heute: gefühlsarm, cholerisch, starr bzw. zurückgezogen. Mit kleinen Nuancen: als Erwachsener habe ich eben gelernt, den Bagger nicht offensichtlich dem anderen überzuziehen, sondern mache das subtiler.

Aus dem Extrem in die Balance

Wenn wir in Extremen agieren und kommunizieren, gibt es keine Kommunikation oder Lösung, wenig Weiterkommen, kaum Deeskalation bei Konflikten. Wir sind weit entfernt von Lösungen, die sachlich, ausgewogen, kreativ sind. Und Oberflächlichkeit, Entwertungen, Aggression und Psychodramen blockieren Erfolg. Was ist also der Weg aus diesem Dilemma?

Was Hänschen nicht lernt, kann Hans sehr wohl lernen

Die Lösung: Reflektieren des eigenen Anteils an einer Eskalation, am Stillstand, an Reibungsverlusten. Gezielt Verantwortung übernehmen und Unterstützung beim Entwickeln von mehr persönlichen und sozialen Kompetenzen holen. Andere, neue Verhaltens- und Kommunikationsweisen kennenlernen. Stop mit Schuldzuweisungen. Die einzige Voraussetzung: ich muss es auch wirklich wollen. Das ist aber eine andere Geschichte.

Bereit, Lösungen zu entwickeln?